aus der rückgrat-Ausgabe 2/1995

Saluton (Hallo)

So würde man sich begrüßen, wenn man auf einem internationalen Esperanto-Kongreß Leute trifft.

Esperanto wurde in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts von dem polnischen Augenarzt Zamenhof entwickelt, um die Sprachbarrieren als Hemmnis von Frieden und Völkerverständigung abzubauen. Es ist gedacht als leicht erlernbare zweite Sprache für alle, die internationale Verständigung suchen.

Bei zahllosen Esperanto-Kongressen und -treffen, durch Brieffreundschaften und Reisen war und ist es dem Esperantosprecher möglich, problemlos in persönlichen und kulturellen Kontakt mit Menschen aus aller Welt zu kommen.

Die Wörter des Esperanto stammen zu 70% aus romanischen Sprachen (Latein, Französich, Italienisch) und nur zu 25% aus dem germanischen Sprachgut. Da sich auch die Aussprache mehr am Romanischen orientiert (z.B. Vokalsystem des Spanischen), klingt gesprochenes Esperanto eher wie Spanisch oder Italienisch als wie Deutsch.

Martin Schäffer aus der C/93 konnte uns in 10 Stunden die Grundkenntnisse des Esperanto näherbringen. Dabei stellten wir fest, daß diese Kunstsprache gar nicht so schwer zu erlernen ist. Zum einen kann man mit Englisch- und Französischkenntnissen viele Esperantowörter übersetzen, zum anderen ist die notwendige Grammatik sehr viel einfacher zu erlernen, als in anderen Sprachen.

Hier ein kleines Beispiel:

En la granda oceano estas malgranda insulo. Ce la plago estas multaj grandaj palmoj. Estas palmego kun kokosnuksoj.
(Im großen Ozean sind kleine Inseln. Am Strand sind viele große Palmen. Es sind Palmen mit Kokosnüssen. - Keine Angst, man kann mit Esperanto auch sinnvollere Sätze bilden.)

Eigentlich doch gar nicht so schwer, oder? Wir können nur sagen, daß es uns sehr viel Spaß gemacht hat und es schade ist, daß Esperanto im nächsten Studienjahr voraussichtlich nicht mehr angeboten wird.

Vielen Dank an Martin, der uns Einblicke in eine interessante, für uns zuvor unbekannte, Materie gegeben hat.

Anita N/94 und Geli K/94