aus der rückgrat-Ausgabe 1/1995

Bericht über das
Theaterwochenende in Erpfingen vom 20 - 22.01.95
oder
"Wie treibe ich einen Regisseur in den Wahnsinn?"

Ein Lustspiel in 3 Akten

1. Akt: "Der Freitag"

Und es begab sich aber zu der Zeit, als der große Regissieur, genannt "Jörg" alle Theaterspieler aufrief, sich nach Erpfingen zu begeben, um sich prüfen zu lassen.

Und so traf man sich am 20. Januar auf dem FH-Parkplatz um sich auf die Autos zu verteilen und abzudüsen.
In Erpfingen zeigte sich dann bald, daß diejenigen, die als letzte losgefahren waren, zuerst ankamen, während die anderen auf sich warten ließen.
Als dann endlich alle glücklich angekommen waren und man sich auf die Zimmer verteilt hatte (wobei mancher zuerst so kleine Probleme zu lösen hatte wie: "Wie kriege ich denn bloß meine langen Füße in DAS kurze Bett?") bestand der große Regisseur darauf, daß die Theaterleute noch am Abend mit den Proben beginnen sollten.

Aber oh Graus, was war das? Die Akteure hielten alle irgendwelche diffusen Zettel in den Händen?
War das etwa das Textbuch? Sollte das etwa heißen, daß die Schauspieler ihren Text nicht konnten?
Die Neugierde des großen Meisters war erwacht und schon bald sollte sich diese schreckliche Ahnung bewahrheiten!

Egal, es wurde trotzdem (oder jetzt erst recht?) mit dem Proben begonnen, wobei sich mancher eines strengen Blickes ausgesetzt sah.
Glücklicherweise kam das Abendessen einer Verzweiflungstat des Meisters zuvor und später erholten sich alle bei einem geselligen Abend mit guter Laune, Spielen und viel Spaß.
Die hartnäckigsten Zocker begaben sich so gegen halb sechs ins Bett.

2. Akt: "Der Samstag"

Wer schleicht so müde durch den Gang,
Es ist der Meister, ihm ist bang,
Daß sein Theater, Oh welch ein Graus,
In ein Fiasko artet aus

Mein Meister, was birgst Du so bang dein Gesicht?
Oh Leute seht ihr die Textbücher nicht,
Die Textbücher in Euren Händen?
Ja dürfen wir die nicht verwenden?

Der Schauspieler spielt, er redet geschwindt,
Der Regissieur, mit den Händen er ringt
Erreicht die Premiere mit Müh und Not,
Der Schauspieler lebt, der Meister ist ......

Diese oder ähnliche Gedanken müssen ihm schon gekommen sein, unserem Jörg, als er immer wieder das Wort: "Äktschen!" sagen mußte und nichts klappen wollte, weil keiner wußte, wo er sich hinstellen sollte, oder wer was wann wie zu wem zu sagen hatte.

Aber es war nicht alles so düster. Das Deko-Team machte die schweren Stunden wieder wett.
Eine Kulisse nach der anderen wurde fertiggestellt, was den Meister wieder zum Lachen brachte.
Dann kamen aber weitere Probleme auf, und zwar in Form eines Studentenorchesters aus Tübingen, das sehr für Ablenkung sorgte und einer Gruppe von Leuten, die sich im Nebenraum offenbar selbstverwirklichen wollten und "Indiantertänze" (Winnetou wäre neidisch geworden) probte, was der Konzentration auch nicht gerade förderlich war.
Währenddessen stellten diejenigen, die gerade nicht gebraucht wurden, neue Rekorde im "Jenga" auf oder spielten Risiko.
Abends wurde es dann wieder gemütlich.
Winnie betätigte sich als Alleinunterhalter mit Gitarre ( auch wenn nicht alle Lieder das hielten, was des Liederbuch versprach), und es wurde wieder sehr, sehr spät.

3. Akt "Der Sonntag"

Es wurde sogar so spät, daß am nächten Morgen einige Gesichter beim Frühstück fehlten!

Nachdem aber auch diese Nachtschwärmer mit Kaffe aufgepäppelt waren, konnten die Proben erneut beginnen. Diesmal wurde das Ganze Stück einmal durchgespielt.
Dies wurde auch schön lustig (zumindest für die Schauspieler!), da es nach einer solch langen Nacht, bei manchen mit der Konzentration doch recht haperte.
Jörg meinte nur:
"Leute, im März ist Aufführung, bis dahin müßt Ihr das können...."

Und wir stellen uns die bangen Fragen:

"Werden die Schauspieler ihren Text rechtzeitig zur Premiere können?
Werden die Kulissen alle fertig?
Wird es der große Meister Jörg überleben?
und
Was spielen die eigentlich für ein Stück?"

Die Fortsetzung dieser spannenden Geschichte läuft am 21. und 22. März in der PH-Aula!

Tja, mehr, wenn Ihr uns wiederseht.
Ihr müßt unbedigt gucken, wie´s weitergeht!

Lutz Schwaigert