Es waren einmal 47 Jünger und Jüngerinnen, die pilgerten gen Panchia / Südtirol, welches für sie eine Woche lang das Mekka des Ski- und Snowboardsports bedeutete. Im folgenden schreibt einer, der´s wissen muß, was wirklich geschah - er war nämlich dabei und hat´s überlebt ! Dieser Bericht bestätigt die wild wuchernden Gerüchte und widerlegt feststehende Wahrheiten über das Geschehen am Fuße der Dolomiten. Here we go ... !
Früh morgens um halb sechs trafen sich die ersten Abenteurer auf dem großen Platze des Parkens der Bahn des S, um ihren Luxusliner (=Omnibus) zu beladen. Die einen noch unausgeschlafen, die andern noch gar nicht geschlafen, begaben sich alle auf die große Fahrt nach dem schönen Örtchen Seligweiler, wo der Rest unserer Crew die Platzverhältnisse im Bus noch mehr einengen sollte.
Die Stimmungslage unter all den Wintersportfreunden konnte unterschiedlicher kaum sein: die einen feierten das bevorstehende Großereignis bereits Minuten nach der Abfahrt mit dem Verzehr von buseigenem oder mitgebrachtem Gerstensaft, andere ließen die gesamte Fahrt über ihrem Zockerdrang freien Lauf, der eine oder andere träumte süß von der zurückliegenden tollen Nacht als Faschingsnarr, während einer schon so heiß aufs "Schifoan" war, daß er bereits die Hinfahrt in voller Skifahrer-Montur absolvierte. Nach vielen Stunden Staus und Fahrt, Fahrt und Staus kamen wir dann endlich in der "Albergo Panorama", dem Ziel unserer Träume, dem Domizil der nächsten Woche, an. Über Essen und Trinken, Tischtennis und Tischkicker, Schwimmen und Bluff, ... fanden schließlich auch die letzten ihren bitter nötigen Schlaf.
Im Schneegestöber kämpften wir uns über Pampeagos Pisten. Die schlechte Sicht ließ so manches skifahrerisches Talent im Keim ersticken. Nur unser aller "Grande Alberto" aus Sachsen trotzte dem schlechten Wetter; schließlich will er doch Ostdeutschlands erster Olympiasieger im alpinen Skisport werden. Einem anderen Helden unserer Zeit war das Skifahren selbst bei diesen Witterungsverhältnissen zu wenig aufregend; er wandte sich lieber Extremsportarten wie dem "Gondelsurfen" zu (ich geb´s ja zu - der "Held" war ich). Auf alle Fälle traf man sich zeitig im Tal zu einem ersten feucht-fröhlichen Aprés-Ski (Oooh...Tannebirnbaumbombemele...), wobei die sagenhafte Mannesgestalt des M. die Aufmerksamkeit einiger Nicht-Lubus auf sich zog.
Angekommen im "Panorama" begaben sich alle erst einmal zur Körperpflege auf ihre Zimmer - alle ?
Nein, nicht alle; ein kleiner, tapferer Haufen widersetzte sich dem Drang nach körperlicher Hygiene und stürzte in voller Skimontur sogleich zu Diego an die Bar, um das Ende des ersten Skitages zu feiern (Gerüchte besagen, daß dabei ein paar 92er eine tragende Rolle gespielt haben). Mit dem Absingen sämtlicher ihnen bekannten Stimmungslieder sowie einer grandiosen Polonäse durch die Hotelküche bot man dabei dem Hotelpersonal allerfeinste Unterhaltung ... und hielt alle anderen von einem geruhsamen Schläfchen ab. Kurz vor Mitternacht traf sich dann alles, was noch stehen bzw. zumindest sitzen konnte, im hoteleigenen Partykeller, um ein wahrhaft historisches Ereignis zu feiern...
...THOMMY R. HAT GEBURTSTAG !!! Aus Anlaß dieser weltbewegenden Tatsache wurden zu frühester Morgenstunde von Ludwigsburgs Cocktailmixer Nr.1 "Tante B." die neuesten Longdrinks kredenzt; so erfreute sich unser "Axel" einer köstlichen Mischung aus Bacardi, Cola, Mineralwasser, O-Saft und viel Jim Beam...Wohl bekomm´s !!!
Abgesehen von Thommy R.´s Geburtstag war dieser Montag ein Tag, der sämtliche Skifahrerherzen höherschlagen ließ: "...und wann der Schnee staubt, und wann die Sunn scheint, dann hob i alles Glück in mir vereint..." !!! Spontan wurde an diesem tollen Morgen das Lubu-Racing-Team gegründet; Motto: "Wir fahren nur Schuß; wer ´ne Kurve macht, der verliert !" Außerdem waren auf der Piste etliche Faschingsnarren zu erkennen bzw. kaum wiederzuerkennen; Werner W. z.B. machte als Milka-Kuh des öfteren eine lila Pause.
Erste Gehversuche einiger Wagemutiger auf dem Snowboard unter fachmännischer Anleitung von Silke und Michael B. ("Stell´ Dir vor, Du trägst einen Bierkasten vor Dir her - dreh´ ihn immer in die Richtung, in die Du fahren willst und schon machst Du eine Kurve !"). Der finanzreferierende Jörg Sch. aus A. dachte dabei wohl zu sehr an das Bier und bezahlte einen dadurch bedingten Sturz mit dem Verlust der skifahrerischen Fähigkeiten für die restlichen Tage.
Abends ging es für alle die, die nicht genug vom Schnee bekommen konnten, zum Flutlichtfahren. Dabei wurden in wildem Wechsel auch Snowboards und Bigfoots getestet. Thilo H. verdiente sich einen Orden, indem er drei Angehörige des Landes, aus dem Frau Antje den Käse bringt, per Snowboard kampfunfähig machte.
Spruch des Tages (auf Hochdeutsch):
Michel F.: "Elfi, willst Du auch ein Fläschchen Franzbranntwein ?"
Elfi: "Nein, ich trinke nur Sekt."
Wichtigste Nachricht des Tages: Der (alte) ASTA ist raus !!!
Heute haben wir die Pisten Pampeagos endlich auch gesehen. Der neuerliche Traumtag auf der Piste verleitete viele Cracks dazu, ein ausgedehntes Sonnenbad zu nehmen.
Am Abend packten wir dann die Dancing Boots aus (leider nur knapp die Hälfte aller Teilnehmer). Trotz kleinerer (größerer ?) Meinungsverschiedenheiten und Unstimmigkeiten feierten wir in einer nicht näher zu definierenden Dorfdisco ein rauschendes "Wednesday Night Fever". Da sah man sogar ausgemachte Freunde der Volksmusik plötzlich zu den Klängen des Techno-Beats tanzen und auch unser männlicher Sporti ließ ungeahntes tänzerisches Können aufblitzen. Bleibt nur eine Frage: Wo war dabei sein trinkerisches Pendant dieses Abends, das sich urplötzlich während des Abendessens verabschiedet hatte ?
Unser Weg führte uns heute nochmals auf die Pisten von Cavalese. Irgendwie schien an diesem Tag die Mehrzahl unserer Skihelden von den vorangegangenen Tagen und Nächten besonders erschöpft zu sein; am vereinbarten Treffpunkt jedenfalls waren den ganzen Tag über immer mindestens 15 Lubus präsent (...oder hielt nur der herrlich mundende Eierlikör-Flip die Leute vom Skifahren ab ?)
Umso erholter präsentierte sich dafür die ganze Meute am späten Abend, als es hieß: "Nicht Ski, sondern Rodel gut !" Paarweise galt es, eine (offiziell) 7 km lange Schlittenabfahrt zu bewältigen - und das nach vorherigem Genuß von Glühwein und nur im Schein von je einer mehr oder minder schwach leuchtenden Taschenlampe pro Schlitten. Wider Erwarten gab es keine größere Schäden bei dieser Aktion - mal abgesehen von dem einen oder anderen feucht-kalten Absitzer im Schnee.
Unseren letzten Tag auf Südtirols Skipisten verbrachten wir nochmals im Skigebiet von Latemar. Die Sonne war uns noch einmal wohl gesonnen, der Schnee wurde langsam aber sicher ziemlich weich, so daß man sich recht bald am Nachmittag bei Heidi in der Schneebar zu einem ausgiebigen Aprés-Ski traf. Nachdem die dortigen Eierflip-, Willi-, Weizenbier-, etc. -Bestände restlos aufgebraucht waren, zogen wir weiter zur nächsten Hütte, um uns mit einem rustikalen Vesper für unsere abschließende Fackelabfahrt zu stärken. Diese brachte uns noch unerwartete und unerwünschte Aufregung mit sich, da nach Ankunft im Tal plötzlich unser Sachse schmerzlich vermißt wurde. Nach einer geschlagenen Stunde des Hoffen und Bangens, des Warten und Suchens fiel uns allen ein Stein vom Herzen, als der Abtrünnige -leicht angeschlagen zwar, aber immerhin noch lebendig- im Tal eintraf: bei seiner Jagd nach einem neuen Streckenrekord auf der Talabfahrt hatte "Grande Alberto" eine Kurve verfehlt und sich anschließend erfolglos im Schanzensprung geübt, wobei er leider etwas die Orientierung und damit auch die Piste verlor.
Nach diesem nervenaufreibenden Zwischenfall feierte man dann im "Panorama"-Partykeller Abschied von Südtirol und ließ das "Schifoan 1995" gemütlich ausklingen.
Unsere Heimreise erinnerte in sehr starkem Maße an die Anreise vor einer Woche: viele Stunden Fahrt und noch mehr Staus, Staus und Fahrt..., nur diesmal in umgekehrter Fahrtrichtung und bei teilweise dichtem Schneetreiben.
Kleine Anekdoten am Rande:
Das Gepäck von Frau Kächele und unserem Meigl muß wohl sehr stark gemieft haben, oder warum ließen die beiden es in Ludwigsburg auf dem S-Bahn-Parkplatz stehen, obwohl ihre Reise noch gar nicht beendet war ?
Wußtet Ihr schon, daß auch italienischer Hartweizengrieß ein geschmacklich adäquater Ersatz für echten Parmesankäse ist ? Fragt doch mal Sylvi W. !!
Diesen Bericht verbrochen hat: Jörg-Michael Teply (D´93)