aus der rückgrat-Ausgabe 2/1994

In dem Bericht wird über eine Weinprobe der studentischen Vertreter berichtet

Wieviel Alkohol verträgt eigentlich der AStA, StuRa und die Fachbereichsvertreter ?

Am 2. Mai 1994 wurden die gewählten Vertreter der Studenten zu einem als Weinprobe getarnten Test eingeladen. Eine Prüfkommision wollte die Auswirkung von größeren Mengen Alkohol auf Wahlbeamte in gehobener Stellung untersuchen. Den Probanten wurden in 0,1 l Gläsern verschiedene Sorten von Wein zur oralen Einnahme verabreicht. Jetzt wurden die Zwischenergebnisse veröffentlicht:

1. Je Wein desto sing:
Nach der Abgabe von 0,4 l Wein zeigten mehrere Testpersonen erste Versuche, andere Teilnehmer zum gemeinsamen Singen von Liedern zu animieren. Ab 0,6l Wein entwickelten sich größere gruppendynamische Prozesse, die von hingebungsvollen Singdarbietungen begleitet wurden. Die Hemmschwelle der Versuchspersonen sank, ebenso die Fähigkeit, die Töne zu treffen und den richtigen Text an der richtigen Stelle zu singen. So sang ein gewichtiges AStA-Mitglied mit lautstarker Begeisterung, auch wenn er den Text durch die allgemein bekannte Strophe "lalalala" ersetzen mußte.

Ab 0,9 l Wein bildete sich eine gesonderte Kleingruppe. Örtlich distanziert sang sie Lieder mit zum Teil unsittlichen und unanständigen Texten.

2. Je Wein desto lustig:
Nach jeder 0,1 l Abgabe Wein wurden von einem Teilnehmer der Kommision Witze erzählt. Schon zu Beginn erreichte überraschenderweise der Ausspruch "Zuviel Wein steigert das Verlangen und senkt die Fähigkeit" zu erheblicher Fröhlichkeit. Nach einem halben Liter Wein erreichte jeder Witz beachtlichen Enthusiasmus. Körperliche Veränderungen wurden unter anderem bei einer kurzsichtigen Person des technischen StuRa-Dienstes deutlich. Nach Erzählen der Pointe und geringer Verarbeitungszeit wurde sein Kopf infolge gestiegenem Blutdrucks rotweinrot, während ein anderes festliches Mitglied des Studentenrates eher mit erbleichender Gesichtsfarbe (Ausnahme:Nase) reagierte. Zum Schluß des Versuches zeigte man den erzählten Scherzen keine Beachtung mehr, die Testpersonen waren vollauf damit beschäftigt, über sich selbst zu lachen.

3. Je Wein desto sex:
Fachbereichsvertreter O. hat durch zu schnellen und übermäßigen Alkoholgenuß die Aufnahme weiterer Weinproben abgelehnt und den Test vorzeitig beendet. Durch die Unmutsäußerungen in Bezug auf seine momentane körperliche Verfassung drängte er sich in eine Opferrolle, die von nachweislich mindestens 2 weiblichen Testpersonen als Anlaß gesehen wurde, die Beziehung zu intesivieren und zu vertiefen. Der Probant O. fühlte sich dank dieser Zuwendungen wenigstens psychisch besser. Über weitere vertiefende Beziehungen, die nach der Weinprobe stattfanden, gibt es keine zuverlässigen Aussagen, da mehrere Personen nach der Weinprobe über einen akuten Gedächtnisschwund klagten
Ergebnis: Der Untersuchungsausschuß schlägt dem Innenministerium vor, bei der Apro-Änderung neue Fächer einzuführen. Diese sollen entstehenden Defiziten der Alkoholverarbeitungstechnik bei Studenten entgegenwirken .

Volker Haug I93