aus der rückgrat-Ausgabe 3/1994

Nach den LNK 93 sprach eine Stimme zu mir:
"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen"
So lächelte ich und war froh,
und es kam schlimmer !!!

Am 22. Juli 94, nämlich dem LNK-Fest der 93er, erklärte ich noch großmütig, daß die LNK schlimmer seien als die Staatsprüfung, weil noch keiner so richtig weiß, wie es so abgeht und was wie gefragt wird.
Diese Auffassung sollte sich innerhalb der nächsten 2 1/2 Wochen knallhart widerlegen, denn es kam viel schlimmer.
Der ganze Horror wurde mit einer BGB-Klausur eingeläutet, die noch ein journalistisches und juristisches Nachspiel haben sollte, wie fleißige Bild-Leser ja wissen.

So richtigen Schrecken verbreitete aber erst die 2. Klausur, nämlich KWR,HKR. Nach der Zumutung des Vorjahres dachten alle, daß es nicht schlimmer kommen könnte. Aber, wie bereits erwähnt, es kam schlimmer. Die Klausur aus Kehl prüfte mal wieder das Fach öff. Betriebe sehr ausführlich, obwohl dies eigentlich zum Prüfungsblock VWL gehört. Die Freude unter den Studenten war natürlich nicht mehr zu bändigen. Für viele stellte sich heraus, daß es sinnvoller gewesen wäre, sich auf die übernächste Prüfung vorzubereiten anstatt auf KWR.

Auch nun dachten alle, es könnte nicht mehr schlimmer kommen. Aber nach 3 durchschnittlichen normalen Klausuren stand dieses Russische Roulette mit Namen PolR, BauR, SozialR oder ÖD i.V.m. AVR an. Es war natürlich ziemlich einfach, an 1 1/2 Tagen alle diese Fächer sinnvoll zu wiederholen, das kann sich sicher auch jeder "Outsider" vorstellen. Die Gerüchteküche brodelte. So gab es auch dieses Mal wieder KommilitonINNen, die die falschen Schwerpunkte gesetzt hatten.
Naja, nach dem Freitag dann ja alles leichter und noch schlimmer kann es ja nicht mehr kommen, denn jetzt bleiben ja nur noch 2 Fächer für 2 1/2 Tage. Am Monteg war dann bei vielen die Freude groß, daß ÖD auf dem Zettel stand. Als es sich aber herausstellte, daß der geprüfte Stoff Laufbahnrecht enthielt, was so gut wie keiner in der Vorlesung behandelt hatte ( 80 seitiges Skript bis Seite 30 bearbeitet), war mal wieder klar, es kam schlimmer. So trüffelten viele also vor sich hin. Man lernte und unkte: "Es könnte schlimmer kommen."
Und dem war so. Es kam schlimmer.
Daß es mit unserer herausragenden Vorbereitung in EDV nicht gutgehen konnte, war klar und bereitete auch nur wenigen wirkliche Kopfschmerzen. Aber daß der Rest der VL-Klausur auch einen eher etwas undefinierbareren Inhalt enthielt, war nicht zu erwarten gewesen.
Zusammenfassend kann man also nur sagen:

Es ist schlimmer

Es bleibt also nur zu hoffen, daß sich mit der neuen APrO hier einiges ändert. Anhand der Tatsache, daß es nur noch 5 anstatt 8 Klausuren gibt, ist aber eher das Gegenteil zu befürchten. Das IM wird wohl noch größere Auswahl haben, welches Fach nun geprüft wird und das Roulette noch aufregender

Zum Inhalt der Prüfung noch kurz folgendes:
Stupide Auswendiglerner sind im öffentlichen Dienst anscheinend mehr gefragt als Menschen, die Zusammenhänge verstehen. Denn erstere sahnen hier die besseren Noten ab und wie wir 92er aus der Praxis nun wissen, holt man sich zuerst diese.

Melanie Hieber B92