aus der rückgrat-Ausgabe 3/1994

In dem Bericht wird über das Einstellungsverfahren für FHöV-Absolventen in einer großen Kreisstadt berichtet

Stadtverwaltung Neu-Ulm/Bayern

Azubis generell übernommen

Ulms Nachbar auf bayerischer Seite sieht die Lage nicht ganz so problematisch. Ganz allgemein ist die Personalsituation im Freistaat entspannter als in Baden-Württemberg - vor allem auch weil die Finanzdecken der Gemeinden noch etwas dicker sind. Der Trend wird über kurz oder lang wohl auch hier etwas nach unten gehen, wobei in Bayern die vorteilhafte Regelung besteht, daß nur soviele Nachwuchskräfte ausgebildet werden, wie später übernommen werden können. Die Planung fällt allein schon dadurch leichter, d aß die Ausbildung nur drei Jahre dauert, man also nur auf drei Jahre im voraus die Anwärterzahlen festlegen muß. Das Überschußproblem besteht hier, wenn überhaupt, dann nur in abgeschwächter Form. Bei einer Zahl von 620 Beschäftigten werden in Neu-Ulm etwa 2 bis 4 Stellen pro Jahr im gehobenen Dienst ausgeschrieben. Die Ausschreibung erfolgt je nach Bedarf, sowohl hinsichtlich der Menge als auch dem Zeitpunkt. Ein festes Kontingent an Stellen speziell für Nachwuchskräfte wie in Ulm gibt es also nicht. Der Anteil an FH-Abgängern unter den Bewerbern ist relativ hoch, da diese Stellen eher niedrig bewertet sind. Auf eine Stelle bewerben sich im Schnitt 40 Leute, wobei viele dabei sind, die ihr Studium in Ludwigsburg absolviert haben. In Neu-Ulm bemüht man sich, so schnell wie möglich über die Stellenbesetzung zu entscheiden - im allgemeinen dauert dies zwischen sechs und zehn Wochen. Mit als wichtigstes Kriterium wird hier die persönliche Beurteilung der praktischen Ausbildung herangezogen. Gleich darauf folgen die Noten im Studium, wobei besonders auf die schaut wird, die bei der zu besetzenden Stelle wichtig sind ( also z.B. die BGB-Note beim Liegenschaftsamt ). Daneben sollte der Bewerber in Neu-Ulm oder zumindest in der Nähe wohnen. Hat sich das Personalamt für eine engere Auswahl entschieden, gibt der persönliche Eindruck im Gespräch den letzten Ausschlag. Die Stellensituation im nächsten Jahr ist noch offen, da die Personalberatungen im Gemeinderat erst im Herbst stattfinden; eine Stelle wird aber ganz sicher neu besetzt werden müssen. Die allgemeine Tendenz ist aber - wie oben schon erwähnt - nicht ganz so schlecht wie in Baden-Württemberg.