aus der rückgrat-Ausgabe 3/1994
In dem Bericht wird über das Einstellungsverfahren für FHöV-Absolventen in einer kleinen Gemeinde berichtet
Gemeinde Grosselfingen:
Gemeinde Grosselfingen:
Note in KWR istwichtig
In einer Verwaltung mit 1850 Einwohner ist alles etwas anders. Nachdem der Bürgermeister über 20 Jahre selber das Finanzwesen miterledigte, wurde nun die Stelle eines Kämmerers geschaffen. Der Grund dafür war zum einen der alleine nicht mehr verkraftbare Aufgabenzuwachs in diesem Bereich und zum anderen die für die Verwaltungen günstige Stellensituation mit ihrem Überangebot von Bewerbern.
Bürgermeister Herr Holtwick erklärte in einem Interview , wie die Stelle mit einem FH-Student besetzt wurde.
Aus 23 Bewerbern, die meisten davon Studenten der FHöV, sollten 3 Kandidaten in die engere Auswahl genommen werden.
Die räumliche Nähe des Heimatortes zu Grosselfingen war ein wichtiges Entscheidungskriterium. Noch wichtiger war dem BM, daß er die Verwaltung der Ausbildungsstelle des ausgewähltem Bewerbers kannte:
"Wenn die Verwaltung eine ähnliche Struktur und Art der Ausbildung habe, dann spreche das dafür, daß der Bewerber die Arbeit auch in Grosselfingen gut bewältigen könne", erklärte er seine Haltung.
Um in die engere Auswahl zu gelangen waren gute Noten gefragt. Vor allem die LNK-Note in KWR hat die Entscheidung stark beeinflußt. Wer fachspezifischen Seminare belegt hatte, konnte hier weitere Pluspunkte sammeln.
In der Verwaltung in Grosselfingen arbeitete vor der Einstellung nur ein Mann (BM selbst) neben vier weiblichen Mitarbeitern. Auch dies würde nach Aussagen von BM Holtwick eine Rolle bei der Auswahl der Bewerber spielen.
Zu einem persönlichen Gespräch mit dem Bürgermeister wurden dann eine weibliche und zwei männliche Bewerber eingeladen.
Dabei sammelte Herr Holtwick weitere Eindrücke, die seine Vermutung, der bei der Vorauswahl ausgewählte Wunschkandidat wäre am geeignetsten, bestätigten.
Die drei Auserwählten wurden dann nicht direkt dem Gemeinderat vorgeführt, sondern der Bürgermeister übernahm dies durch Ausführungen in einer Sitzung über die verschiedenen Lebensläufe, Noten und persönlichern Eindrücke der Bewerber.
Anmerkung des Interviewers: Das Auswahlverfahren in Grosselfingen zeigt, wie sehr der Bürgermeister bei kleinen Gemeinden die Verwaltungsarbeit noch selber und alleinentscheidend erledigen muß und darf. Bis zum Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung durch den Gemeinderat lag die Verantwortung alleine bei BM Holtwick. Dies gewährleistet die Auswahl eines Bewerbers, der in die Verwaltung auch menschlich "hereinpaßt". Bei insgesamt 6 Mitarbeitern ist dieser Punkt für eine funktionierende Verwaltung sicher
unerläßlich.